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Weitere Infos von der 64. Berlinale (TEIL III)

Kino auf Leinwand mal anders



Wenn am 6. Februar 2014 die Internationalen Filmfestspiele in Berlin ihre Tore zur 64. Berlinale öffnet, sind wieder alle Augen auf die Leinwände der Hauptstadt gerichtet.

Wer sich am Potsdamer Platz in den Arcaden an den Ticketschaltern der Berlinale anstellt, wird allerdings erst mal genügend Zeit haben, die neuesten Filmplakate und Prospekte zu studieren und sich so einen Vorgeschmack auf das Programm zu verschaffen. Den Klassiker der Plakatkunst gibt es bereits so lange, wie es Kino gibt. Dass das Filmplakat aber auch ganz eigenständiges Kunstobjekt sein kann, beweist das Künstlerkollektiv C/A/C – Concept/Art/Confession Group auf eindrückliche Weise mit der Ausstellung „Déjà Vu Kinò – Kunst trifft Kino“, die ab dem 9. Februar 2014 anlässlich der Internationalen Filmfestspielen in Berlin eröffnet wird.

Die Galerie Artplatz präsentiert die großformatigen Ölgemälde im Stile eines Filmplakats, die einem internationalen Kinoklassiker gewidmet sind, von sechs Künstlern aus Russland und Belarus. Vorlage für die Motive ist jedoch nicht das Original, sondern der ganz individuelle Blick der Künstler auf den jeweiligen Film. Mit dem Projekt stellt die Künstlergruppe eine Verbindung zwischen Kino, traditioneller bildender Kunst und Grafikdesign, zwischen bewegtem und unbewegtem Bild her.

Film und Malerei nutzen unterschiedliche Worte, aber sprechen die gleiche Sprache: die Sprache der Bilder.“, so Karolina Liusikova, die Kuratorin des Projekts. „Das eine ist Ausdruck in fortwährender Bewegung, während das andere Bewegung in einer einzelnen Geste einfängt und fixiert.“

Ganz im Sinne des Konzepts wurde die Ausstellung „Déjà Vu Kinò“ bereits im Rahmen verschiedener europäischer Filmfestivals gezeigt, darunter in Venedig und Rom. Das Projekt wird von den Künstlern beständig fortgeführt: eigens für die Ausstellung in Berlin entstanden fünf neue Gemälde zu Filmen, die im Rahmen der Berlinale ausgezeichnet wurden.

Die Ausstellung „Déja Vu – Kunst trifft Kino“ wird in zwei Berliner Einrichtungen zu sehen sein: vom 9. bis 16. Februar 2014 erwarten den Besucher im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur Motive des russischen Kinos (darunter Filme von Andrei Tarkowski u.a.), vom 12. bis 19. Februar 2014 zeigt das Freie Museum Berlin die eigenwilligen Filmplakate zu Klassikern des westeuropäischen Kinos. Außerdem werden kurze Präsentationen des Projekts am 12. Februar im Rahmen der Festiwelt Berlinale Party im Roadrunner’s Paradise Club sowie am 13. Februar im Rahmen des Festiwelt Berlin Überraschungs-Kurzfilmprogramms in der Urania stattfinden.

Das Projekt wird von der Artplaz Gallery (Moskau-Minsk-Prag) in der Kooperation mit dem Netzwerk der Berliner Filmfestivals Festiwelt, und der Agentur „Mediaost“ veranstaltet.

Künstler und Kunstwerke:
Déjà Vu Kinò – Kunst trifft Kino“ der Künstlergruppe C/A/C – Concept/Art/Confession
Künstler: Oleg Shobin, Iren Kova, Andrey Belov, Anna Aparina, Svetlana Shalay, Bazinato
Kuratorin: Karolina Liusikova
20 Gemälde, Öl auf Leinwand (120*100 cm - 200*680 cm)

Veranstaltungsorte:
Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur, Friedrichstraße 176-179
vom 9. bis 16. Februar 2014, Vernissage am 9. Februar um 17:00 Uhr
Web: www.russisches-haus.de
Mail: info@russisches-haus.de

Freies Museum Berlin, Bülowstraße 90
vom 12. bis 19. Februar 2014, Vernissage am 12. Februar um 19:00 Uhr
Web: www.freies-museum.com
Mail: office@freies-museum.com

Kurzpräsentationen des Projekts:
Roadrunners Rock & Motor Club
12. Februar 2014 ab 21:00 Uhr im Rahmen der Festiwelt Berlinale Party, , Saarbrücker Straße 24
Urania
13. Februar 2014 ab 17:00 Uhr im Rahmen des Festiwelt Überraschungs-Kurzfilmprogramm,
An der Urania 17
Link: www.festiwelt-berlin.de
Mail: info@festiwelt-berlin.de

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Books at Berlinale: Elf neue Bücher zum Verfilmen.
Auch in diesem Jahr findet der European Film Market (EFM) wieder im Martin-Gropius-Bau statt. Alle Veranstaltungen der internationalen Filmindustrie können dort aus Platzmangel allerdings nicht durchgeführt werden. Rund 450 Aussteller erwarten über 8.000 Fachbesucher aus 94 Ländern, sodass sämtliche Räume und Kojen vom 6. bis 14. Februar 2014 belegt sind. Auch viele Filmvorführungen für Produzenten, Verleiher, Ein- und Verkäufer, Finanziers sowie Vertreter von TV, Home Entertainment und Neuen Medien finden keinen Vorführraum mehr am Potsdamer Platz und werden erstmals in den neuen, komfortabel ausgestatteten Sälen des wieder eröffneten Zoo Palastes in der West-City gezeigt.

"Unser wichtigstes Ziel ist es, den EFM-Teilnehmern aus aller Welt ideale Rahmenbedingungen für ihre Geschäfte anzubieten", so EFM-Direktorin Beki Probst. "Das auch in diesem Jahr konstant hohe Interesse an Ausstellungsflächen bestätigt uns in diesem Bestreben."

Neu sind in diesem Jahr auch die sogenannten »Catch-up-Screenings« am zweiten Donnerstag des Festivals. Sie bieten den Marktbesuchern zusätzliche Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und Abschlüsse zu tätigen. Außerdem gibt es eine neue Initiative mit Berlinale Talents für die kommende Generation der Marktteilnehmer: Unter dem Dach von »Berlinale Talents Market Hub« - unterstützt von Canon - werden zehn ausgewählte professionelle Verleiher-Talente an einem Stand im Martin-Gropius-Bau vertreten sein, der als Anlaufstelle und Treffpunkt für Meetings dienen wird. Außerdem werden den EFM-Besuchern hier 40 der in den Project Labs entwickelten Filmprojekte präsentiert.

Sogar das Berliner Abgeordnetenhaus, das direkt gegenüber vom Martin-Gropius-Bau liegt, wird für eine Veranstaltung genutzt. Im Rahmen des »Berlinale Co-Production Market« werden am 11. Februar 2014 dort elf neue Stoffe für Literaturverfilmungen bei einem Pitching für interessierte Filmproduzenten vorgestellt. Beim anschließenden Get-together von »Books@Berlinale« können die geladenen Produzenten dann die Rechteinhaber - internationale Verlagsvertreter und Literaturagenten - kennenlernen, Kontakte zur Buchwelt aufbauen und pflegen oder möglicherweise sogar gleich über Optionen für Filmrechte verhandeln.

Von deutscher Seite sind Eichborn/Bastei Lübbe mit „This Place Holds No Fear“ von Monika Held, die Literarische Agentur Kossack mit „Twelve Metres“ von Andi Rogenhagen, die Literarische Agentur Mertin mit „Daughter of the Flowers“ von Vanessa da Mata und der Nicolai Verlag mit „Czernin or How I Learned to Understand“ von Hans von Trotha mit dabei.

EFM Industry Debates 2014
Eine weitere Veranstaltung des European Film Market sind die »Berliner EFM Industry Debates«, die schon zum achten Mal stattfinden. Internationale Experten diskutieren auch 2014 aktuelle Themen der Film- und Medienindustrie: Es geht um die Situation und gestalterische Veränderungen des Dokumentarfilmes sowie um erfolgreiche Produzenten als unbesungene Helden der Branche. Unabhängige US-amerikanische Filmemacher treffen sich bei der Initiative »American Independents in Berlin« im Martin-Gropius-Bau, organisiert vom Independent Filmmaker Project (IFP) und dem Sundance Institute. Die Reihe »Sundance@EFM« bietet ausgewählten Sundance-Teilnehmern einen Plattform.

»Meet the Docs« heißt es zum sechsten Mal beim EFM. In Zusammenarbeit mit dem European Documentary Network (EDN) bietet diese Initiative einen Treffpunkt für die internationale Dokumentarfilmindustrie an einem Gemeinschaftsstand im Martin-Gropius-Bau mit Panels und Networking-Veranstaltungen. Die Marktreihe »German Cinema - LOLA@Berlinale« der Deutschen Filmakademie schließlich präsentiert im Zoo Palast die Vorauswahl für den deutschen Filmpreis - also einen kompakten Überblick über die Highlights des deutschen Kinojahres 2013.

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Creative Europe auf der Berlinale.
Im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin finden am 10. und 11. Februar 2014 im Hotel Ritz Carlton Informationstage zu dem am 1. Januar 2014 neu gestarteten Creative Europe Programm der Europäischen Union statt, welches das bisherige »MEDIA Programm« erweitert. Über das Teilprogramm MEDIA informieren am 10. Februar 2014 von 10:00 bis 17:30 Uhr Vertreter der Förderbereiche bei der Europäischen Kommission und der Exekutivagentur in Brüssel. Die Informationsveranstaltung zum Teilprogramm Kultur folgt dann am 11. Februar 2014 in der Ständigen Vertretung der Europäischen Kommission.

Berlinale Goes Kiez.
Der „Fliegende Rote Teppich“ der Berlinale fliegt auch 2014 wieder durch die Stadt und wird vom 8. bis 14. Februar 2014 in sieben Programmkinos (Eva Lichtspiele, Wilmersdorf; Toni & Tonino, Weißensee; Adria, Steglitz; filmkunst 66, Charlottenburg; Passage, Neukölln; Thalia Programm Kino, Potsdam-Babelsberg und Eiszeit Kino, Kreuzberg) für jeweils einen Abend Station machen.

Das Kino als Ort, ob 100-jähriges Lichtspielhaus, Filmpalast oder Hinterhofperle, tritt mit der Sonderreihe Berlinale Goes Kiez selbst ins Festivallicht. Die Kiez-Kinos sind fester Bestandteil der Kulturgeschichte Berlins und auch heute tief verwurzelt in ihren Stadtteilen. Für die Eva-Lichtspiele in Wilmersdorf ist die Berlinale-Veranstaltung nicht nur ein Vertrauensbeweis für das kleine Kino in der Blissestraße, sondern auch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Im Sommer 2013 feierten die Eva-Lichtspiele ihren 100. Geburtstag und konnten außerdem im Herbst den Kinoprogrammpreis vom Medienboard Berlin Brandenburg entgegen nehmen.

Teil IV unserer Berlinale Vorberichterstattung folgt morgen mit Infos zu den Sektionen.

64. Internationale Filmfestspiele Berlin (6. – 16. Februar 2014)
Quellen: Berlinale | filmecho | Blickpunkt:Film | Regie.de | Berliner Woche

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