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Berliner Produktion beim Prix Europa ausgezeichnet

Glanzvoller Höhepunkt im Berliner Haus des Rundfunks am gestrigen Abend mit der Gala zum Prix Europa.



Am Freitag Abend wurde beim Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) noch gestreikt (siehe BAF-Blog vom 03.10.09), sodass die Abendschau notgedrungen life aus dem Ü-Wagen von der Tauentzienstraße in der alten West-Berliner City senden musste, da die Belegschaft sich weigerte die Sendestudios des Fernsehzentrums zu betreiben.

Nebenan, im historischen Haus des Rundfunks an der Masurenallee gegenüber vom Berliner Funkturm, konnte jedoch glücklicherweise ohne Störung die Verleihung des Prix Europa vorbereitet werden. Eine Woche lang tagten dort internationale Vertreter und diskutierten vom 17.-24. Oktober über die Vergabe des größten trimedialen Festivals in Europa (Siehe BAF-Blog vom 18.10.09). Der Wettbewerb für Fernseh-, Radio- und Emerging Media-Produktionen wurde 1987 in Berlin gegründet und wird vom Rundfunk Berlin-Brandenburg als Gastgeber betreut.

Insgesamt neun Kategorien standen für die Preisvergabe zur Wahl. Darunter, neben Internet- und Radiosektionen, die Kategorien: TV Documentary, TV Fiction, TV Current Affairs und TV Iris. In letzterer konnten der Iraner Ayat Najafi und die Autorin Marlene Assmann aus Berlin mit dem rbb Fernsehfilm »Football under Cover / Anstoss in Theran« einen der begehrten Preise mit nach Hause nehmen. Der Film handelt von einer Iranischen Frauenfußballmannschaft, die der Obrigkeit in trotzt und - auch wenn es für uns komisch aussieht - in langen Gewändern und mit Kopftüchern bedeckt ihren Lieblingssport Fußball eifrig auszuüben versucht. Der Film fand bereits auf der letzten Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino reichlich Beachtung.

Ein weiterer Medienpreis des "Prix Europa" ging an den polnischer Fernsehfilm über Chemotherapiepatienten in der Sektion beste TV-Dokumentation. Den Prix Geneve-Europe für das beste Drehbuch überreichte der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, der jungen französischen Autorin Adila Bennedjai-Zou für das Script zu "Garcon manque".

Mit den beiden Hauptpreisen in der Kategorie TV Fiction wurden Filme mit explosiven Inhalten ausgezeichnet: Isabelle Adjani spielt in "La journee de la jupe" eine überforderte Lehrerin, die im Konflikt mit ihren gewalttätigen Schülern zur Kidnapperin wird. Regisseur ist Jean-Paul Lilienfeld. Die britische Fernsehproduktion "Occupation", die den alltäglichen Horror der Soldaten im Irakkrieg zeigt, wurde mit dem "Prix Europa"-Spezialpreis für den besten Fernseh-Mehrteiler ausgezeichnet. Bestes europäisches Radiofeature des Jahres 2009 wurde die ARD-Produktion "Lost in Music - the Cornel Chiriac Story", die vom BR und WDR produzierte wurde. Autor ist Patrick Banush.

Das Europa-Projekt "ineurope.nl" der niederländischen Station VPRO wurde in der Kategorie "Emerging Media" ausgezeichnet, die an Stelle der bisherigen "Internet"-Preise getreten ist. Die insgesamt 13 Preisträger, die jeweils 6.000 Euro erhielten, mussten sich gegen eine Konkurrenz von über 230 nominierten Produktionen aus 35 Ländern durchsetzen.

Link: www.prix-europa.de
Link: www.ineuropa.nl
Link: Auflistung aller Preise bei Filmzeitung.de

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