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HD-DVD-Unterstützung für unabhängige Filmemacher




Amazon und Microsoft wollen bis zu 1.000 Indie-Filme auf HD-DVD bringen. Bereits auf der CeBIT 2007 hatte das HD-DVD-Lager verkündet, sich stark um die unabhängige Filmszene kümmern zu wollen, um die HD-DVD zum bevorzugten Format für Filmliebhaber zu machen. Nun starten der Online-Versandhändler Amazon und Microsoft das "1000 HD DVD Indies Project", mit dem die HD-DVD-Einstiegshürden gesenkt werden sollen.

HD-DVD-Befürworter Microsoft und Amazon wollen im Rahmen der Aktion die Kosten für die Erstellung, genauer gesagt das Authoring und das Setup der HD-DVD-Versionen von bis zu 1.000 Indie-Filmen übernehmen. Die so geförderten Indie-HD-DVDs werden dann über Amazon.com angeboten; erst wenn sie von Kunden bestellt werden, fertigt sie die Amazon-Tochter CustomFlix und versendet sie anschließend. Inventarkosten können den Partnern zufolge von unabhängigen Filmschaffenden so vermieden werden. Gleichzeitig kann Amazon sein Angebot ausweiten, ohne schließlich bei zu geringem Interesse auf den Scheiben sitzen zu bleiben. Die HD-DVD wird letztlich interessanter für Filmliebhaber, die im Heimkino nicht nur Blockbuster in hoher Auflösung sehen wollen.

Die auf Anforderung erstellten HD-DVDs werden laut Microsoft allesamt den VC-1-Codec einsetzen. Unabhängige Filmschaffende, die ihre Produktionen auf HD-DVD anbieten und vom "1000 HD DVD Indies Project" profitieren möchten, können sich unter www.customflix.com/hddvdindies informieren und bewerben.

Noch eine weitere Meldung aus den USA ist hochinteressant, denn mit Einführung von Sonys Playstation3 wähnte sich laut Zeitungsberichten das Blu-ray Lager wieder deutlich vor dem meist etwas preiswerteren HD-DVD Lager. Die Verkäufe von Blu-ray Filmen waren plötzlich in die Höhe geschnellt. Kein Wunder, denn die größte amerikanische Videokette Blockbuster, die kürzlich Movielink übernommen hatte und an der Sony maßgebliche Anteile haben soll, nimmt nur noch Blu-ray Medien in ihr Sortiment auf.

Doch mittlerweile holte das HD-DVD Lager um Toshiba, Intel und Microsoft wieder auf, denn auch Paramount und DreamWorks verkündeten exklusiv auf HD-DVD zu setzen. Nur Filme von Steven Spielberg machen die Ausnahme und werden auch auf Blu-ray angeboten.
In einem Interview erklärt der Paramount-Chief, dass man von Toshiba verlässliche Spezifikationen und eine marktreife Technik erhält, die obendrein billiger herzustellen sei. Das Blu-ray Lager um Sony und Panasonic, sei dagegen offensichtlich noch am experimentieren und man wolle nicht mit ständigen Nachbesserungen konfrontiert werden, so dass die Anfangsmodellen bereits jetzt nicht mehr zu allen neuen Discs voll kompatibel sind. (Zukünftige Blu-ray Geräte sollen einen erweiterten Farbraum xvYCC ausgeben können. Entsprechende verbesserte Discs gibt es aber noch nicht.)
Auch Warner will zunächst die preiswertere HD-DVD bevorzugen und verschob die Einführung der „Total HD“, einer Combo-Disc, welche die beiden unterschiedlichen Formate auf einer Wende-Disc beinhalten sollte. Man hatte zuvor beim Verkauf von zweiseitigen Discs schlechte Erfahrungen gesammelt. Der Versuch auf der einen Seite HD-Material anzubieten und auf der Rückseite normales DVD Material für herkömmliche Player mitzuliefern, war teurer als eine Blu-ray Disc geworden und verkaufte sich deshalb deutlich schlechter.

Mittlerweile haben die Blu-ray Disc Association (BDA) und die Filmstudios Fox (auch Distributor der MGM-Titel) und Disney als exklusive Blu-ray-Unterstützer auf die Ankündigung von Paramount und Dreamworks reagiert und wollen auf einen Schlag eine Fülle an Neuerscheinungen auf den Markt werfen, um den Vorsprung zu halten. Fox betonte, dass einige der Titel jetzt auch ausgefeilte interaktive Funktionen mit Internet-Anbindung mitbringen werden. Viele der ersten Blu-ray Player besitzen aber gar keine Ethernetschnittstelle, um deren Funktion tatsächlich nutzen zu können, während im HD-DVD Lager, zu dem jetzt neben Toshiba - dem Erfinder der DVD - auch Onkyo gehört, jeder Player - auch der preiswerteste - eine Ethernetschnittstelle für die Internetanbindung aufweist.

Bleibt der einzige Weg aus der Misere, abzuwarten was die unabhängigen fernöstlichen Hersteller LG (links im Bild) und Samsung (rechts) an Neuigkeiten auf der IFA bringen.

Die beiden südkoreanischen Hersteller setzen nämlich auf Hybrid-Geräte, die alle Formate abspielen können. Hitachi aus Japan dagegen möchte mit dem ersten Recorder im Blu-ray Format vorpreschen. Allerdings nicht für den heimischen Mitschnitt von Fernsehsendungen, sondern als Camcorder mit einer nur 8cm großen Disc. Die Aufnahmen sollen eine Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten und damit "Full HD" Qualität erreichen. Weil die wieder beschreibbare Blu-ray Disc obendrein viel mehr Material als eine DVD speichern kann und sogar etwas mehr fasst als eine vergleichbare HD-DVD, wird ein neuer Wettlauf um die Vorherrschaft entbrennen.

Auch die sonst so multifunktionellen PC-Laufwerke unterstützen bisher jeweils nur ein Format. Das kann auf Dauer nicht zukunftssicher sein. Allerdings hat LG zur IFA ein PC-Laufwerk angekündigt das BD-Rs (Blu-ray) mit 6-facher Geschwindigkeit brennt und HD-DVDs wenigstens lesen kann. Das Gerät soll unter 400 Euro kosten. Beide Formate in dem gleichen Gerät brennen, das kann aber noch kein Gerätehersteller.

Manch einer wird deshalb ein wenig verwundert sein, wenn die Firma Sharp mit einer weiteren Neuankündigung kommt, nämlich mit einem Blu-ray-Player der auch aufnehmen kann. Allerdings besitzt er keinen eigenen Tuner und trägt somit auch nicht die Bezeichnung Recorder, denn dies ist laut Absprache der Hersteller aus Kopierschutzgründen vorerst nicht erlaubt. Zur Aufzeichnung wird ein Fernseher mit eingebautem HDTV-Empfänger benötigt oder ein zusätzlicher Festplatten-Videorekorder aus dem gleichen Unternehmen. Das auf Blu-ray-Rohlinge zu schreibende hochauflösende Videomaterial muss dann per i.Link Kabel übertragen werden. Dabei werden jeweils Single-Layer-BR-RE-Medien (25 GByte, wiederbeschreibbar) verwendet. Darauf passen dann der Ankündigung zufolge sechseinhalb Stunden (normales SDTV mit 8 Mbps) oder bis etwas mehr als Stunden (HDTV mit 24 Mbps) Videomaterial im MPEG-2-Format. Eine Timergesteuerte Aufnahme scheint aber nahezu ausgeschlossen zu sein.

Dabei ist der Markt für HDTV Aufzeichnungsgeräte längst in Deutschland vorhanden. Mit dem HD-Sport-Angebot von Eurosport, das hier zu Lande über den Abo Kanal Premiere, sowohl im Kabel als auch über Satellit verbreitet wird, ist der Konsument längst in der Lage entsprechendes Programmangebot zu empfangen.

Aus diesen Zwist versuchen Andere Nutzen zu ziehen und zugleich Lizenzgebühren einzusparen. In Taiwan hat man mit der Fertigung der Finalized Versatile Disc (FVD), einer Eigenentwicklung als Alternative zu DVD, HD-DVD und Blu-ray bereits begonnen. Auch China hat ein eigenes DVD-Format entwickelt, mit dem man den hohen Lizenzkosten entkommen will. Die chinesische Eigenentwicklung heißt Enhanced Versatile Disc (EVD). Hierbei wird nicht MPEG2, sondern es werden andere Video Codecs verwendet, die allerdings nur für den heimischen Markt bestimmt sind.

Auch in Osteuropa versucht ein britisches Unternehmen das Tohuwabohu auszunutzen. Die Firma NME will in Polen, der Slowakei und Tschechien mit der HD-VMD eine weitere günstige Alternative zu den zueinander inkompatiblen Formaten am Markt platzieren. Das Unternehmen hat bereits in China und Indien Partner gefunden, die die Fertigung übernehmen wollen.
Vorteil der HD-VMD soll sein, dass sie statt mit blauen Lasern mit dem kostengünstigeren roten Laser, der bisher üblichen CD und DVD auskommt. Dennoch ist man mittlerweile in der Lage eine wesentlich höhere Speicherkapazität als bei der herkömmlichen DVD anzubieten, durch Nutzung mehrerer Layer. Der Fortschritt in der Entwicklung macht es möglich. Allerdings ist keine Aufwärtskompatibilität zu bisherigen Playern gegeben und es werden außerdem noch jede Menge passende HD-VMD-Filme für die Markteinführung benötigt. Die großen Hollywoodfirmen werden wohl kaum Ihre Zustimmung dafür geben, so dass entweder das System wieder stirbt oder ein neuer Schwarzmarkt entsteht. Diesen hatte das DVD Forum doch gerade erst versucht durch weltweite Lizenzvergabe besser in den Griff zu bekommen.


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