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Festival des Deutschen Films (update)

Filmverbände fordern mehr Förderung des kulturellen Films.



Bei einem kleinen internen Treffen der Filmverbände am 1. Juni 2007 in Berlin wurden die gemeinsamen Ziele wieder einmal deutlich ausgesprochen. Wir müssen uns, wie früher im Filmrat geschehen, noch stärker dafür einsetzen, dass der kulturelle Film weiter gefördert wird. Das ist nicht selbstverständlich, wie Ellen Wietstock in der letzten "Black-Box" Ausgabe hervorhob, sondern die Filmförderung gehört allgemein wieder einmal auf den Prüfstand. Dazu berichtete außerdem an diesem Abend Norbert Kerkhey, der schon vor vielen Jahren im "Ruhrpott" Filmpolitik gemacht hat und diesmal als neuer Vorsitzender des Berliner Film- und Fernsehverbandes e.V. (BFFV) mit uns vom Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF) an einem Tisch saß, über einige Neuigkeiten aus der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM). Darunter kamen leider auch negativ Meldungen zur Sprache, die angeregt diskutiert wurden. So z.B. dass die von der "MDM" angeblich geänderten Förderkriterien offensichtlich stärkere Einschränkungen und somit zusätzliche Erschwernis für den Filmemacher bzw. die Produktion befürchten lassen. Das Gerücht, dass angeblich zukünftig die Zusage einer Bundesförderung erforderlich sei, um überhaupt in den Genuß von MDM-Mitteln zu kommen, wurde mittlerweile von Herrn Selle - Förderreferent bei der MDM mit Schwerpunkt Thüringen - glücklicherweise wieder dementiert. Näheres werden wir hoffentlich demnächst an dieser Stelle nachliefern können, wenn uns das Protokoll des Abends mit weiteren Infos zum Rücktritt des Beirats vom Medienboard Berlin-Brandenburg vorliegt.

Jetzt aber zunächst zu den positiven Meldungen. Übermorgen startet allen Unkenrufen zum Trotz, das Festival des deutschen Films auf der Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein vom 6. bis 17. Juni 2007. Es ist erst das dritte Sommerfilmfestival dieser Art und somit noch sehr jung und ambitioniert. In Zeiten des Ausverkaufs der Kultur sollte es nicht unerwähnt bleiben, auch wenn es leider nicht in unserer Region stattfindet.

Schon im allerersten Jahr konnte das neue Filmfestival 10.000 Zuschauer verzeichnen und im zweiten Jahr kamen bereits 17.000 Zuschauer. All dies ist unter anderem dem „Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg“ zu verdanken, dem großen Bruder der kleinen neuen Festivalschwester, von dem die Initiative zur Gründung eines Festivals des deutschen Films ausging.

Das Festival des deutschen Films hat zwei wichtige Sektionen: den Wettbewerb um den Filmkunstpreis und die Reihe Lichtblicke.

Beide Reihen zeigen neue deutsche Filmproduktionen von herausragender Qualität, Kino mit individueller Handschrift, Filme, in denen jemand auch mal Kopf und Kragen riskiert. Das Festival legt keinen Schwerpunkt auf den Nachwuchs allein. Es präsentiert deutsche Filme, die in ihrer Art eigensinniges Autorenkino der Gegenwart sind – unabhängig davon, ob der Autor ein Newcomer oder arriviert ist.

Der Preis, der an den besten Film des Wettbewerbs vergeben werden soll, ist ein Förderpreis, der zu gleichen Teilen an die Regie und an die Produktion geht. Es ist ein Preis für das Risiko, das ein deutscher Film eingeht – künstlerisch wie wirtschaftlich – und dessen Ergebnis die Jury für besonders bewundernswert und herausragend hält.

Natürlich lebt das Kino der Autoren und risikobereiten Produzenten sehr oft von der herausragenden Arbeit der Schauspielerinnen und Schauspieler. Deshalb wird zusätzlich ein Preis für Schauspielkunst an besondere Charakterdarsteller im deutschen Film vergeben.

Darüber hinaus findet eine Sommerakademie in Ludwigshafen statt, die sich mit dem wichtigen Thema beschäftigt, dass die schönsten Filme nichts nützen, wenn sie nicht ins Kino kommen. Doch die Kinos stecken in der Krise. Brechen die vertrauten Verwertungsfenster von Kinostart und DVD-Verkauf zusammen? Kommt bald der Film nur noch aus dem Netz? Eigensinnige und ungewöhnliche Filme sind oft schon abgesetzt, bevor das Publikum überhaupt gemerkt hat, dass es sie gibt. Brauchen wir überhaupt noch Kinos? Oder brauchen wir vor allem andere Kinos, die die Filme anders zeigen? Vielleicht sollten wir in das Neudenken der Vertriebs- und Absatzstrukturen genauso viel Kreativität stecken wie ins Filmemachen.

Das Festival des deutschen Films vergibt am 17. Juni 2007 neben dem FILMKUNSTPREIS, einen PREIS FÜR SCHAUSPIELKUNST und einen PUBLIKUMSPREIS - als Hinweis auf die Chancen solcher Filme im Kinoalltag und als Plädoyer dafür, dem Publikum wieder viel mehr zuzutrauen.

Natürlich muss an dieser Stelle auch das 56. Internationale Festival Mannheim-Heidelberg erwähnt werden, dass vom 9. bis 21. Oktober 2007 stattfindet und somit fast so alt wie die Berlinale ist, die dieses Jahr ihr 58. Jubiläum feierte.

Nähere Infos zu beiden Festivals unter:
www.mannheim-filmfestival.com oder kurz iffmh.de
und zum Sommerfilmfestival unter:
www.festival-des-deutschen-films.de


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