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Französische Chansons eröffneten Filmfestival Cottbus

Lieder wie „La Vie en Rose“ von Edith Piaf begeisterten Publikum.



Französische Chansons zur Eröffnung des 21. Filmfestes Cottbus, das vom 1. – 6. November 2011 stattfindet, sind sind etwas Neues und wahrlich ziemlich ungewöhnlich für das führende Internationale Filmfestival des Osteuropäischen Films. Doch das Treffen des Weimarer Dreiecks in Cottbus, einer kulturellen Verbindung von Frankreich, Polen und Deutschland, gab den Anlass erstmals auch französische Filme oder Koproduktionen von französischen, polnischen und deutschen Filmen auf dem Festival zu zeigen.

Somit passten die auf der Bühne des Staatstheaters am Eröffnungsabend vorgetragenen Chansons, die einst Edith Piaf gesungen hatte und nun durch Zazie de Paris interpretiert wurden, hervorragend in das neue Konzept des Festivals. Verkündet wurde bei der Eröffnungsveranstaltung am Abend, bei der wir vom BAF e.V. zugegen waren, mehr als 40 Premieren während des Festivals zu zeigen. Davon 10 Weltpremieren und etliche europäische und deutsche Erstaufführungen. Diese erstaunliche große Summe ist für das kleine Festival am östlichen Rand der Bundesrepublik eine stolze Zahl, auf die vor allem der Ministerpräsident Platzek, der die Eröffnungsrede hielt, gerne im Jubiläumsjahr zu 100 Jahre Film in Potsdam verweist.

"Kaum ein anderes deutsches Festival kann" - außer der Berlinale - solch positive Bilanz vorweisen", bemerkte auch der Wirtschaftsminister des Landes bei seiner Ansprache.

Anschließend wurde die Deutschlandpremiere des polnisch/schwedischen Arthouse Films „Die Mühle und das Kreuz“ außer Konkurrenz gezeigt. Der polnische Regisseur Lech Majewski, der extra von Tokio nach Cottbus geflogen kam, hatte nach 24stündiger Reise kaum geschlafen und traf nur wenige Augenblicke vor Beginn des Films in Cottbus ein.

Es ist die Geschichte der Passion Christi, die Pieter Bruegel d.Ä. 1546 in Flandern unter dem Titel "Aufstieg zum Klavarienberg" malte und mit der Lech Majewski seine Interpretation des Bildes versuchte, indem der polnische Dichter und Videokünstler aus dem statischen Bild, fast originalgetreu die Geschichte in lebendigen Bildern visuell neu erstehen ließ. Dabei setzt er nicht auf Action, sondern widmet sich den Details in verstörend, langatmigen Eistellungen, um dem Zuschauer das immer wiederkehrende Grauen von Mord und Folter und Unterdrückung in der Weltgeschichte aus einer anderen Sicht darzustellen. Manche seiner Bilder sind betörend schön, vor allem durch ungewöhnliche Perspektiven, andere fast unerträglich, wenn die Aasgeier an sterbenden Menschen, die auf Wagenräder oder ans Kreuz gebunden sind, in die Augen picken.

9. Cottbusser Filmschau mit ersten Preisen.
Einen Tag zuvor wurden bei der 9. Cottbuser FilmSchau, dem inoffiziellen Auftakt des FilmFestival Cottbus, bereits die ersten vier Preise vergeben. Dominik Utz konnte für seinen Kurzfilm ANGEZETTELT – HORST UND MARIE den mit 1.000 Euro dotierten Hauptpreis mit nach Hause nehmen. gewonnen. Der mit 500 € dotierte Spezialpreis ging an Erik Schiesko und Sebastian Rau mit ihrem Kurzfilm SCHMELLWITZ. Es ist die Geschichte zweier junger Männer, die aus Schmellwitz, einem Cottbuser Stadtteil, unbedingt weg wollen. Den Publikumspreis erhielt Holger Hohbein für sein in Zeitlupe gedrehtes visuelles Experiment SLO MOE – URLAUB FÜR DIE AUGEN. Der Förderpreis im Wert von 500 EUR ging an Andri C. Brenner für BRANDBLICK, eine abenteuerliche Geschichte um eine junge Frau mit einigen Überraschungen.

Die FilmSchau bietet Cineasten, Hobby- und Amateurfilmern aus Brandenburg und Berlin eine Plattform für Arbeiten aller Genres mit einer Länge von maximal 15 Minuten. Das diesjährige Motto „Drehort Berlin-Brandenburg“ lehnt sich dabei an die Retrospektive „Location Lausitz“ an.

Link: www.filmfestivalcottbus.de

PS (Post Scriptum)

Ab heute beginnen übrigens auch die Nordischen Filmtage Lübeck und begrüßen 150 Filmschaffende aus Skandinavien, dem Baltikum und aus Norddeutschland vom 2. - 6. November 2011. In Cottbus ist in diesem Jahr das Baltikum nur mit einem nationalen Hit aus Estland vertreten. Die Wettbewerbsfilme der anderen osteuropäischen Länder war diesmal so überaus stark, dass neue baltische Filme - laut Aussage des Festivals - wenig Chancen auf Preise gehabt hätten und deshalb von der Auswahlkommission nicht berücksichtigt wurden.


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